GEGEN DAS VERGESSEN
 

Gefahren des Rechtsradikalismus in Deutschland und international

Sozialer Mangel, begrenzte Zukunftsaussichten, Arbeitslosigkeit und fehlende Arbeits- und Ausbildungsplätze nehmen besonders bei jungen Menschen die Hoffnung für ihr künftiges Leben.

Viele sind anfällig für Heilsversprechen rechtsextremistischer Parteien. Mit Schlagworten, vereinfachten Parolen und Haß gegen Minderheiten locken diese antidemokratischen Kräfte und haben schon erheblich an Boden gewonnen. Deutsche Gewerkschaften veranlaßten statistische Untersuchungen über ein zu erwartendes Wahlverhalten von Gewerkschaftsmitgliedern. Danach könnte sich l/3 der befragten Gewerkschaftsmitglieder im Alter von 18 24 Jahren vorstellen, rechtsextreme Parteien zu wählen. Der Anteil liegt noch erheblich höher bei jungen Menschen dieser Jahrgänge, die keiner Gewerkschaft angehören.

Sicher ist bei vielen Jugendlichen dies Verhalten nur ein Protest gegen ihre Lebenssituation und Ergebnis von Mißtrauen gegenüber den großen Parteien. Sie vermuten dort im Vordergrund das Streben nach Machterhalt oder Machtgewinn auch mit Hilfe von unglaubwürdigen Versprechungen, wie zum Beispiel der Ankündigung des deutschen Bundeskanzlers vor der vorigen Bundestagswahl für die Menschen in der ehemaligen DDR, sie würden in wenigen Jahren ihre Lebensverhältnisse in „blühenden Landschaften" vorfinden.

Die jungen Menschen erfahren, wie gut sich Politiker wirtschaftlich absichern können und gleichzeitig von der Bevölkerung bis zu den Rentnern und Arbeitslosen Verständnis für Einschränkungen erwarten.

Die möglichen Wähler rechtsextremistischer Parteien glauben offenbar, diese politischen Kräfte mit ihren Neonazi-Parolen könnten ihre Lebenssituation kurzfristig, erheblich verbessern. Viele nehmen wohl auch an, selbst ein Teil dieser neuen Macht werden zu können. Sie wissen nicht, daß sie unter „Nationalsozialisten" nur nützliche Untertanen und Befehlsempfänger blieben.

In Deutschland sehen wir diese Gefahr besonders groß, im Bewußtsein der beispiellosen Unmenschlichkeit der NS-Diktatur ab 1933. Aber auch in anderen europäischen Ländern gibt es diese antidemokratischen Parteien. Sie täuschen häufig Demokratiebewußtsein vor. Ihr Ziel ist aber, überall Macht zu gewinnen durch Ausgrenzen und Verleumden von Minderheiten und durch Fördern von Rassenhaß.

Wir müssen gegensteuern. Wir müssen darzustellen versuchen, daß wir nur durch ein Miteinander der verschiedenen Menschen in einem Land und dem Zusammenarbeiten der Völker in Frieden leben können, daß wir einander brauchen.

Die in Deutschland und Europa erlebte Diktatur mit dem 2. Weltkrieg wurde von vielen Politikern und der Bevölkerung verdrängt. Das ist kein Weg, sich vor Wiederholungen zu schützen !

Vor Wahlen erscheinen manche Forderungen konservativer Parteien sehr verwandt den Forderungen und Parolen der Rechtsextremisten. Offenbar sucht man entsprechende Wählerstimmen hinzuzugewinnen.

Wir müssen vor diesen Entwicklungen warnen. Wir müssen versuchen, mit Schulen, Jugendorganisationen, Gewerkschaften und für unsere kritischen Gedanken offene Parteien gegen das Vergessen zu arbeiten.

Wir müssen bei den für uns erreichbaren Menschen, besonders den jüngeren, deutlich machen : Neue Ausgrenzung anderer Menschen, Rassenhaß, Feindbilder und Überheblichkeit hilft niemand, gefährdet aber uns alle.

Ein internationaler Jugendaustausch und Jugendcamps sollten auch und gerade für Jugendliche mit geringer Schulbildung gefördert werden, da hier die größte Anfälligkeit besteht gegenüber den Lockrufen der neuen Wunschdiktatoren.

W R I Mitgliedsorganisationen aller Länder sollten sich einsetzen gegen das Vergessen von Unmenschlichkeit, Fremdenfeindlichkeit in der Geschichte ihres Landes. Dies ist ein Beitrag für eine friedlichere Welt.

 

 

 

 
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